Frauli quasselt

Erste Hilfe am Hund

Samstag morgen habe ich mich früh aus dem Bett geschwungen und mich auf den Weg zu einem Seminar bei Vet Vitalis Schwarzwald gemacht. „Erste Hilfe am Hund“ hieß das Thema. Perfekt geeignet für den Schwedenurlaub. So kann ich Mäuschen im Notfall eine echte Hilfe sein. Mein kleiner Tollpatsch stellt mich ja schon manches mal vor Herausforderungen. Die Referentin Carmen ist ausgebildete Erste-Hilfe-Trainerin (für Menschen) und hat sich durch ihre Hündin Paula auch auf die Erste Hilfe am Hund spezialisiert.

Notfall erkennen – handeln

Im 4stündigen Kurs wurde uns nicht nur erklärt, wie man im Notfall vorzugehen hat, wir konnten auch am „lebenden Objekt“ üben und haben sogar eine Reanimation durchgeführt. Natürlich nicht am echten Hund, sondern an einem speziellen Hundedummy, der sehr gerne auch für unsere ungeübten Hände zur Verfügung stand. So einen Kurs kann ich jedem Hundehalter nur empfehlen.

Viele Dinge sind im Notfall wichtig und viele Kleinigkeiten, die aber entscheidend sind,  können uns leicht durch die Lappen gehen. Wer weiß, wo man den Puls beim Hund fühlt, wie man ihn richtig beatmet oder eine Herzmassage durchführt? Auf welcher Seite muss der Hund für die Reanimation liegen? Wo findet sich das Herz und wie schützt man sich selbst? Was gehört alles in einen Notfallkoffer und welchen Sinn haben Ü-Eier? Wie hoch ist die Normaltemperatur beim Hund und was ist beim Welpen anders? Diese Fragen kann ich nun alle beantworten.

Der Reihe nach: Zuallererst Selbstschutz. Abgesehen von Handschuhen muss man auch an die Zähne des Hundes denken. In Panik ist es nicht der Kuschelhund, der nachts bei euch im Bett liegt. In Panik beißt er auch um sich, will sich zurückziehen, hat Schmerzen und möchte von niemandem angefasst werden. Hat man einen bewusstlosen Hund, sollte trotzdem eine Maulschlaufe angelegt werden. Wenn er plötzlich aufwacht, könnte er schnappen.

 

Die Maulschlaufe

Liegt der Hund, könnte er trotzdem plötzlich hochschnellen. Also nicht direkt über den Hund beugen, wenn man sich nähert, sondern Geräusche machen, gerade zum Hund auf den Boden knien und ihn ruhig und besänftigend ansprechen. Bevor man die Maulschlaufe anlegt, sollte diese gleich mal vorbereitet sein. Bevor man sie anlegt, neben dem Hund knien und zwar nicht zwischen den Beinen, sondern hinter dem Hund, nun ein Knie auf den Boden und das andere auf die Schulter des Hundes, so dass er vom Bein gebremst wird und nicht den Arm erwischt, falls er beißt.

Die Maulschlaufe kann alles mögliche sein. Ein Bändel vom Hoodie, ein Gürtel, eine Hundeleine (keine Flexi) oder breite Schuhbändel (nicht diese dünnen Schnüre, da sie einschneiden). Der Knoten ist immer oben auf der Schnauze (Nase), da dort der Knochen einen gewissen Schutz bietet. Nun unter dem Kinn die Schnüre kreuzen und hinter den Ohren verknoten. Es sollten zwischen Fang und Maulschlaufe noch zwei Finger Platz finden. Es soll ja nur verhindern, dass man ein Zahn-O-Gramm bekommt und nicht die Schnauze für alle Ewigkeit versiegeln.

Symptome erkennen

Ganz wichtig und interessant fand ich auch, dass wir den verschiedenen Notfällen die einzelnen Erkennungssymptome zuordnen sollten. Ein bisschen ratlos standen wir manchmal schon da, aber nachdem Carmen uns die Zusammenhänge erklärt hatte, war es eigentlich logisch. Manche Symptome treffen auf mehrere Notfälle zu und sind nicht ein spezieller Indikator zur Erkennung, was mit unserem Hund los ist. Andere sind wieder sehr eindeutig.

Auch wurde besprochen, welche Nahrungsmittel für Hunde giftig oder unverträglich sind. Und wir können nun verschiedene Schmerzanzeichen erkennen. Dieses Überstrecken oder der Katzenbuckel bei Bauchschmerzen oder eben eine bestimmte Überempfindlichkeit an bestimmten Stellen hat sicher jeder schonmal gesehen. Nur zuordnen kann man es manchmal leider nicht wirklich. Der Hund kann schlecht sagen: Hier tut es mir weh.

Notfall-Set – immer dabei

Für alle Fälle bietet es sich an, ein kleines Notfall-Set mit sich zu führen. Auf jeden Fall sollten dies Gummihandschuhe sein, so kann man auch mal ekliges für den Tierarzt mitnehmen, wenn der Hund zum Beispiel Gift gefressen hat. Hierfür ist das Ü-Ei gedacht. In dieses kleine Ei passen nämlich die Handschuhe perfekt hinein. Als nächstes das supercoole Dreieckstuch. Es ist für viele Dinge zu gebrauchen und kann auch mal für einen Druckverband verwendet werden. Und die Rettungsdecke. Diese eignet sich auch perfekt für den Transport eines größeren Hundes, falls man diesen mal vom Unfallort wegbewegen muss.

Ich selbst habe mir das Notfall-Set und auch ein Erste-Hilfe-Köfferchen besorgt, damit ich in Schweden nicht noch großartig auf die Suche gehen muss. Er wird nur noch mit Kleinigkeiten (Schmerzmitteln, Globuli, Betaisadonna, selbstklebender Verband und Desinfektion) ergänzt. So gerüstet steht unserem Urlaub nun nichts mehr im Wege.

Flauschige Grüße

Sandra & Shiva

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