Shiva quasselt

Auf, auf, zur Burg!

Am Freitag nutzten Frauli und ich das herrliche Wetter und haben uns auf den Weg gemacht, mal etwas neues zu erkunden. Auf dem Programm stand die Burgruine Herrenzimmern. Von der hatten wir vorher noch nie was gehört, sie aber auf Komoot entdeckt und weil das nicht weit weg war, wurde diese Burg doch gleich mal ins Erkundungsprogramm aufgenommen. Wir wollen jetzt öfter solche kleinen Touren machen.

Frauli und ich haben vor 3 Wochen komplett mit Rally Obedience aufgehört, weil ich gerne eine gewisse Schonhaltung einnehme und mich nicht so gerne hinsetze. Also ich sitze schon gerne, aber ich mag dieses grade Sitzen am Bein nicht mehr und kippe immer ab. Da hat Frauli dann gesagt, dass ich jetzt ganz in Rente gehen kann. Turniere wollten wir ja eh schon nicht mehr laufen, aber jetzt sind wir ganz ausgestiegen.

Los geht’s

Freitag ist immer der Einstieg zur Me-time mit Frauli. Wir sind da nämlich quasi das ganze Wochenende unzertrennlich und unternehmen so viel wie möglich zusammen und gemeinsam und freuen uns natürlich wie Bolle, wenn das Wetter dann auch noch mit spielt. Also sind wir nach einem leckeren Mittagessen losgezogen und waren schon 20 Minuten später am Startpunkt.

Zunächst konnte ich Fraulis Aufregung gar nicht verstehen. Was quietscht sie denn so rum, wenn es einfach auf einer Asphaltstraße den Berg runter geht? Direkt am Weg war etwas höher gelegen ein eingezäuntes Stück Wiese hinter Büschen und Bäumen verborgen. Ich habe sie gleich gehört und gerochen, aber Frauli ist ja so dusselig. Erst nachdem wir schon fast vorbei waren, quietscht sie plötzlich los und freut sich nen Ast, weil da Kamerunschafe weiden. *kopfschüttel*

Nun kamen wir an eine Weggabelung. Rechts ging es geradeaus in den Wald und nach links ein bisschen bergab und in der Mitte begann recht unvermittelt eine tiefe Schlucht. Wir haben uns für links entschieden, weil die Burg wohl auf der linken Seite war. Erst war ich schon ein bisschen skeptisch. Aber nach kurzer Zeit waren wir im Wald und direkt neben uns plätscherte ein Bach – sehr weit unten – und wir waren total nur wir und es war soooo toll und gab soooo viel zu schnüffeln. Nach einer Weile hörten wir viele Kinder quasseln und quietschen. Aber Kinderlachen hört man ja immer sehr weit.

Ein bisschen nervös näherten wir uns der Burgruine, von der noch erstaunlich viel (ein Türmchen und eine Mauer) stand. Etwas entfernt auf deinem wohl ehemaligen Burgteil spielte eine Gruppe Jugendlicher Basketball, aber die hatten nicht dieses helle Lachen verursacht. Da haben wir dann einen Mann getroffen, der gemeint hat, dass hier gleich eine Gruppe Kinder für einen Kindergeburtstag eintrifft. Frauli ist richtig zusammengezuckt. Kinder und ich sind eine kritische Masse. Aber dann hat sie gemeint, dass wir das packen.

Rauf und wieder runter

Der Mann wurde schnell instruiert, dass ich Angst habe und die Kinder einen Bogen laufen sollen. Das hat wundervoll funktioniert und so konnte ich aus einiger Entfernung beobachten, wie die Kinder sich gesammelt haben und unter viel Gekicher den nächsten Punkt einer Schnitzeljagt gefunden haben. Wir sind dann – ohne die Kinder – auf die Burg gestiegen und ich bin total tapfer und ganz alleine die Gittertreppe raufgekraxelt. Oben angekommen, konnte ich ausgiebig schnüffeln und mich umgucken. Ich habe auch die nächsten beiden Hinweise gefunden.

Auf dem Weg nach unten hat mich Frauli getragen, weil die Gitter so in den Pfoten wehgetan haben. Außerdem kamen uns die Kinder entgegen und Frauli und ich sind ganz auf die Seite gegangen, sie hat mich ganz fest an sich gedrückt und ich hab mich so sicher gefühlt. Die Kinder waren auch alle ganz lieb und haben nur gesagt, wie hübsch ich bin. Das höre ich ja gerne. Unten angekommen, musste ich mich erstmal ausgiebigst schütteln. Puh…

Der Abstieg in die Schlucht

Nun befragte Frauli wieder ihr schlaues Handy, auf dem die Strecke war. Bis wir den Einstieg gefunden hatten, brauchte Frauli ein bisschen, aber schließlich fand sie einen Weg in die richtige Richtung und dann sah sie links noch einen Eingang in die Burg. Das war wohl die ehemalige Kapelle. Dort erkundeten wir auch alles, aber Frauli komplimentierte mich sehr schnell raus, weil sie sofort die Schatztruhe und jede Menge Luftballons und Kindergeburtstagsüberraschungen entdeckte. Hier war wohl das Ziel für die Kinder.

Also ging es für uns beide auf unserer geplanten Route weiter. Unser Weg führte uns nun recht steil nach unten in die Schlucht. Frauli brauchte ewig! Ich war schon 3x unten und wieder bei ihr, bis sie endlich unten angekommen ist. Unten war ein kleiner Bach mit Ministromschnellchen und sogar einem kleinen Wasserfällchen. Ich hatte unglaublich viel Spaß und bin im Wasser hin und her geflitzt und habe ordentlich Wasser getankt.

Als wir weitergehen wollten, hatten wir die Wahl zwischen dem Aufstieg auf der anderen Bachseite oder entlang dem Bach  einen sehr schönen Waldweg entlang. Aber Frauli meinte, dass wir rauf müssen. Wir sind doch grade erst unten angekommen!! Orr… Okay, also nach oben. Der andere Weg führte wohl nur ins nächste Dorf. Nachdem sich der Weg nach oben erst so unfreundlich präsentiert hatte, wurde er mit jedem Meter schöner und war auch gar nicht so arg steil. Da war der Abstieg vorher schlimmer gewesen.

Rechts oder links?

Tja, da stellte sich auf halber Höhe nun die Frage. Rechts führte der Weg recht steil weiter nach oben und eindeutig Richtung Franzl. Links zeigte er sich sehr freundlich und eben und scheinbar auf freie Wiesen und Wege. Wir probierten den linken Weg aus und nach wenigen 100 Metern mussten wir sehr abrupt anhalten, weil ein Baum quer lag und der Weg ab dem Baum komplett zugewuchert war. Wie schade. Also drehten Frauli und ich um und machten uns an den Aufstieg.

Der ursprünglich steile Weg wurde auch nach einer Weile wieder flacher und insgesamt war er wunderschön und wir konnten durch die Bäume immer wieder einen Blick auf die Burgruine auf der anderen Seite erhaschen. Dann kamen wir an eine größere Lichtung und dort lagen sehr viele Bäume und auch Baumaterialien aufgestapelt. Was das hier wohl war? Frauli nutzte die Gelegenheit für ein paar unvermeidliche Selfies zur Burg rüber und dann stiefelten wir weiter.

Huch? Schon da?

Kurz nach der Lichtung kamen wir plötzlich an die Weggabelung vom Anfang und schon waren wir wieder bei den Schafen und gleich darauf beim Auto. Frauli und ich guckten uns richtig verwirrt an. So schnell? Der Rückweg kam uns auf einen Schlag sehr kurz vor. Aber eigentlich hat es mir auch gereicht und ich war froh, als ich in meiner Höhle im Kofferraum lag und die Pfoten ausruhen konnte.

Flauschige Umpfötelung

Shiva Wuschelmädchen

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