Frauli quasselt

Die Leine – das unbekannte Ding

Achtung! Beim Lesen dieses Beitrags wird der Leser meiner höchstpersönlichen Meinung und einer Spur Ironie ausgesetzt. Lesen auf eigene Gefahr.

Die Leine – eine unbekannte Größe

Es gibt sie in unzähligen Längen, Dicken, Farben und Stärken. Kurze Leine, lange Leine, Rollleine, Schleppleine, verstellbare Leine, Hofleine, Fahrradleine und so weiter. Und dann gibt es die unsichtbare Leine. Oder die vergessene Leine. Oder die „ich brauch doch keine Leine“.

Was ist der Vorteil einer Leine?

Man (frau auch) kann sich hervorragend von seinem Hund dorthin ziehen lassen, wo der Hund hinmöchte, ohne dass dieser ständig in Angst lebt, wohin sein Mensch denn nun schon wieder abgeblieben ist. Besonders toll ist das kleine „Zugpferd“, wenn es bergauf geht. So ein Hund entwickelt ganz schön Kraft. Dann aber bitte daran denken, dass die Leine am Geschirr befestigt wird, da sonst die ganze Last des hinterhergezogenen Menschen am Hals hängt.

Natürlich gibt es auch die Variante, dass der Hund am unkontrollierten Herumstromern gehindert werden kann. Eine eventuelle Jagd vereitelt oder auch ein Hund an einer vielbefahrenen Straße gesichert werden kann. Ich weiß, das ist total uncool und auch unüblich, das Thema anzuschneiden. Es kann auch verhindert werden, dass ein fremder Hund in den eigenen reinrumpelt oder die Dreckpfoten an der Kleidung einer entgegenkommenden Person abstreift.

Was ist der Nachteil einer Leine?

„Mit der Leine zerrt mich mein Hund immer überall hin. Ich kann ihn ohnehin nicht halten. Erziehen Sie Ihren halt besser.“

„Mit der Leine ist mein Hund nicht so frei in seiner Entfaltung und zickt rum. Das macht er ohne Leine nie!“

Diese oder ähnliche Sprüche hört jeder einmal, der das Gegenüber bittet, den Hund anzuleinen. *seufz* Ich bestehe dann auf die Leine und werde angefeindet. Shiva gibt die Leine Sicherheit. Auch und vor allem die Leine des Gegenübers. Ist der Hund nämlich angeleint, dann brauche ich mir keine Gedanken machen und sie macht sich auch keine. Natürlich kann es dann auch noch Kollisionen geben, wenn die Bremse der Flexileine „versehentlich“ gelöst ist oder die Leine aus der Hand fällt *huch, aber auch*.

Natürlich ist eine Leine eine Einschränkung der Kommunikation. Die Schwachen werden behindert, die Starken haben ihren Menschen im Hintergrund. Aber auch die Schwachen können sich der Unterstützung ihres Menschen sicher sein oder sollten es zumindest und können eine Begegnung mit mehr Souveränität meistern.

online – offline

Was denn nun? Was ist besser?

Ich bin der Meinung, dass die Leine kein modisches Accessoire ist, sondern wie die Schuhe an unseren Füßen (oder die Hose an den Beinen) einfach dazugehört. Leine ab, wenn keine benötigt wird (Abruf sitzt, guter Überblick, kein Wild, keine Gefahren) und Leine ran, wenn es die Sicherheit oder auch der Anstand erfordern.  Für Shiva ist die Leine keine Strafe. Sie kennt es. Kommen wir in die Nähe einer Straße, bleibt sie stehen oder setzt sich hin und wartet, dass sie angeleint wird. Kommt uns ein Hund entgegen, erstarrt sie, habe ich sie angeleint, geht sie hinter mich. Sie hat es einfach so gelernt. Da ist nichts dabei, es ist nix schreckliches, es ist nichts außergewöhnliches.

Bei manchen Menschen denke ich echt manchmal, dass die Leine mit Knast oder Schlägen gleichgesetzt wird. Es ist eine kurzfristige Einschränkung, wenn der Hund eben nicht zu jedem hinflitzen darf oder sich mal zurücknehmen muss. Ich denke aber auch, dass weniger der Hund das Problem hat, als das Zweibein, dass sich plötzlich damit auseinandersetzen muss, dass der Hund eben eine schreckliche bzw. nicht vorhandene Leinendisziplin hat. Wie in so vielen Fällen, ist das Problem am Ende der Handschlaufe zu finden.

Wir Hundehalter machen es uns gegenseitig echt ziemlich schwer. Einerseits kämpfen wir eh schon gegen Anfeindungen und dann müssen wir uns auch noch gegenseitig auf den Keks gehen. Dabei verbindet uns doch eine so wundervolle Sache und die sollte vor allem anderen stehen: Die Liebe zu unserem Hund.

Flauschige Grüße

Frauli Sandra

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