miDoggy Parade: Autofahren mit Hund – so klappt’s

Juni 27, 2018 4 Von ShivaWuschl

Das Thema der miDoggy Parade für den Juni ist ein kleines “how to do” – nämlich eine Betriebsanleitung fürs komplikationslose Autofahren. Neee, das gibt es natürlich nicht. Jeder Hund ist anders, genau wie jeder Mensch. Jedes Auto ist anders und auch jeder Fahrstil. Aber es gibt Erfahrungen und darüber können wir berichten.

Der Welpe und das Auto

Vorneweg… Weder Jenny noch Rocky oder ich hatten jemals Probleme mit dem Autofahren. Jenny hat das Autofahren geliebt und ist immer sofort ins Auto gesprungen, sobald es irgendwo stand und eine Tür offen war. Da ich ein Auslandsimport bin, habe ich schon eine 36 Stunden Autofahrt hinter mir gehabt, bis ich das erste Mal bei Frauli im Auto war. Also bin ich ein Profi, was das angeht. Jenny hat bei ihrer ersten Autofahrt ihr Abendessen auf dem Teppich verteilt und auch Rocky ließ sich die Kaustange nochmal durch den Kopf gehen.

Aufregung oder sensibler Magen?

Meistens sind Welpen einfach schrecklich aufgeregt und die erste Fahrt ist ein Abenteuer. Weg von Mama und den Geschwistern, weg von den Menschen, die der Welpe bisher kennt. Das ist natürlich beunruhigend und auch einschüchternd und wem schlägt das nicht mal auf den Magen? Dazu die Schüttelei beim Fahren und die vorbeihuschende Landschaft “Baum… Baum… Baum…” Nene, das ist einfach für ein Hundebaby noch echt schwer. Für mich nicht. Ich hab gar nix gesehen. Wir waren in einem Kastenwagen in den Boxen drin und fertig. Außerdem hatte ich Mama und zwei andere Hundemädchen zum Kuscheln dabei.

Tipps für den Anfang

Natürlich gibt es auch Gratistipps für den Start. Der Welpe sollte vorneweg nix gevespert haben, da das eh raus kommt… Lieber mit leerem Magen die erste Autofahrt ins neue Zuhause überstehen, als gleich einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dem Hund die nötige Ruhe und etwas vertrautes geben. Vielleicht vorher schon eine Decke im Elternhaus abgeben, dass das Hundebaby später darauf sitzen kann und die vertrauten Gerüche um sich hat. Das gibt etwas Sicherheit.

Sicherung im Auto

Am Besten auch nicht lange experimentieren. Von vorneweg die Entscheidung treffen, wie der Hund gesichert wird. In einer Autobox, mit Anschnallgurt oder im Kofferraum durch ein Gitter abgetrennt. Die Gurtlösung ist meiner Meinung nach die schlechteste, weil der Hund sich verwickeln kann und bei einer Vollbremsung der Gurt oder das Geschirr nicht die nötige Sicherheit bieten. Die Gurte reißen oder sind zu lang, der Hund ist eingewickelt und stranguliert sich. Es gibt viele Tests und die Gurte haben generell als schlecht abgeschnitten.

Eine stabile Hundebox ist was praktisches und tolles. Bietet das Auto genug Platz kann der Hund problemlos dort gesichert werden. Es gibt mittlerweile auch “Airbags” für die Hundebox, damit sich der Hund bei einer Vollbremsung oder einem Unfall nicht an der Rückwand der Box verletzen kann, wenn er dagegen prallt.

Es gibt mehrere Varianten der Boxen.

Wir hatten bisher immer die Alu-Boxen mit Holzeinsätzen. Stabil und auch im Falle eines Crashs halten sie die Form und der Hund wird nicht verletzt. Natürlich gibt es Unfälle, die auch so eine Box nicht übersteht, aber Frauli hat schon nach einem Unfall mit Totalschaden bei hoher Geschwindigkeit Hunde unverletzt aus den Boxen steigen sehen. Also das Auto stand, der Unfall war bei hoher Geschwindigkeit. *augenroll*

Es gibt auch Gitterboxen, die komplett aus einem Gittergeflecht sind. Wir haben sie nie verwendet und ich bin unsicher, ob sie sich auch ausreichend polstern lassen, damit der Hund nicht filetiert wird, wenn es knallt. Ich jedenfalls stelle es mir sehr unbequem vor. Aber das ist ja nur meine persönliche Meinung.

Die Plastik- oder Kunstoffboxen sind für Flüge sicher gut geeignet, weil sie leicht sind, aber zum einen wird es darin wahnsinnig stickig und heiß, weil sie trotz Lüftungsschlitzen echt schlecht belüftet sind, zum anderen finden Frauli und ich sie gefährlich… So eine Plastikbox splittert doch und der Insasse wird dann in Scheibchen geschnitten. *grusel*

Da sind die Stoffboxen noch sicherer. Aber natürlich nur, wenn sie an einer stabilen Rückwand (Kofferraum etc.) stehen. Da bricht nix, das Alugestänge verbiegt sich zwar etwas, aber durch die weichen Stoffbahnen ist genug Platz zum Ausweichen. Außerdem wird der Hund in der weichen Box abgebremst, wenn er doch mal gegen eine der Wände prallt. Natürlich kann es auch einen Freiflug durch eine der Stoffwände geben, wenn die Aufprallgeschwindigkeit nur hoch genug ist.

Autotraining

Frauliiii! Nicht das Auto muss trainieren, sondern der Mensch mit dem Hund. *seufz* Wann schreibt sie endlich mal das, was ich diktiere?

Okay, also es gibt immer viele Möglichkeiten, wie es klappt. Oben hab ich es schon erwähnt. Jeder Hund ist anders, also braucht auch jeder anderes Training. Was bei Hund 1 perfekt geklappt hat, kann bei Hund 2 vielleicht in einer kleinen Katastrophe enden.

Methode Boxentraining

Frauli schwört ja auf die Box als ruhigen Rückzugsort. Als Dreh- und Angelpunkt bei Unsicherheiten. Klappt soweit echt gut bei uns. Ich selber liebe meine Box und liege sehr gerne drin. Sie begleitet uns so ziemlich überallhin und immer hab ich meine eigenen vier Wände dabei. Boxentraining kann auf viele verschiedene Varianten ablaufen. Ich beschreibe nun mal, wie wir es gemacht haben. Die Box wurde daheim aufgestellt und ich wurde in der Box gefüttert (hatte andere Gründe, bietet sich aber an). Also hab ich die Box gleich mit was tollem verbunden. Man kann die Box aber auch einfach so aufstellen und abwarten, ob der Hund gerne reingeht. Das gar nicht kommentieren oder so. Einfach still freuen. Am Besten im Vorbeigehen vielleicht mal ein Leckerchen reinwerfen. Es soll das normalste der Welt sein, dass der Hund in der Box ist und sich dort wohl fühlt. Sobald der Hund öfter in die Box geht sich freuen und mit dem Hund freuen, aber niemals in den privaten Bereich eindringen. Der Hund soll lernen, dass die Box seine eigene persönliche Ruhezone ist.

Jetzt kann die Box ins Auto gestellt werden und sobald der Hund in der Box ist, loben und fröhlich kommentieren oder eben mit Leckerlies bestätigen. Meistens übernimmt der Hund es dann sehr schnell und verknüpft seine Box mit etwas schönem und somit auch das Autofahren.

Methode Kofferraum

Dieser Trick ist nicht auf unserem Mist gewachsen. Das haben wir gelesen. Der Hund hatte Angst im Kofferraum, sobald er drin war und der Motor lief hat er das speicheln angefangen. Aber erst wenn der Motor gestartet wurde. Also hat das Frauchen tagelang im Auto gesessen und gelesen oder das Auto geputzt, während der Hund im Kofferraum war. Später wurde der Motor gestartet, aber nicht gefahren und weiter gelesen oder Musik gehört. Sobald das ruhig verlief, wurden wenige Meter gefahren. Jetzt fahren sie quer durch Europa und der Hund hat kein Problem mehr mit dem Auto. Bei dieser Methode wäre es gut, den Hund durch eine Kamera zu beobachten, damit man sieht, wie weit das Training fortgeschritten ist. Wir Hunde sind nicht doof, wenn das Frauchen ständig am Kofferraum steht, kann sie nicht fahren. Logisch, ne?

So. Mehr fällt uns doch tatsächlich nicht dazu ein. Hoffentlich sind ein paar unserer Erfahrungen hilfreich.

Flauschige Umpfötelung

Shiva Wuschelmädchen mit Unterstützung von Frauli Sandra