Warum die Kamera manchmal zuhause bleibt…

Februar 4, 2018 6 Von ShivaWuschl

Als so leidenschaftliche Fotografin meines Lieblingsobjekts – Shiva – ist es erstaunlich, dass ich im Januar an grade mal 5 Tagen überhaupt fotografiert habe. Selbst mit dem Apfel hab ich wenig Fotos geschossen. Es gibt viele Gründe, warum man mal die Kamera zuhause lässt, selbst wenn ich mich manchmal hinterher ärgere, dass ich sie nicht doch mitgenommen habe…

Grund 1 – das Wetter

Ja, das Wetter kann manchmal einfach einen dicken fetten Strich durch die Rechnung machen. Natürlich ist meine Kamera bis zu einem gewissen Grad wasserdicht und kann auch mal einen kleinen Guss oder ein bisschen Nebel ab. Aber im Ernst… wer hat schon Lust sich im größten Hagelsturm aufzubauen und den Hund für Fotos zu animieren? Ich jedenfalls nicht. Als Shiva und ich das letzte Mal in einen Hagelsturm geraten sind, hab ich den Hund auf den Arm genommen, ihren Kopf unter meinem Schal versteckt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen und bin schnellen Schrittes (mit 15 kg im Arm) zum Auto gesaust. Mein gesamter rechter Arm war voller blauer Flecke – die Stellen, wo mich der Hagel getroffen hat. Natürlich kann auch ein Schneeschauer einfach zu heftig sein, als dass man fotografieren könnte bei ein bisschen geflöckel fotografiere ich aber sehr gerne. Das gibt dem ganzen etwas romanisches.

Grund 2 – die Uhrzeit

Im Winter ist es leider häufig so, dass ich einfach im Dunklen zur Arbeit gehe und im Dunklen heimkomme. Man kann zwar auch schöne Nachtfotos machen, aber ich liebe Farben, ich liebe Sonne, ich liebe lebendige Bilder… Also bleibt die Kamera oft schon in der Dämmerung einfach zu Hause, wenn ich nicht grade explizit Sonnenuntergangsfotos geplant habe. Die klappen aber am Besten kurz vor der Dämmerung. Ohne Witz! Haste richtig Sonnenuntergang reicht das Licht meistens gar nicht mehr aus. Am Besten ist es, wenn die Sonne kurz vor über dem Horizont klebt, dann reicht das Licht und die Fotos werden wunderbar.

Grund 3 – die Stimmung

Zum Fotografieren muss ich Lust haben. Ich schleif die Kamera oft umsonst mit, weil ich kein entsprechendes Motiv sehe oder einfach keine Lust habe. Einen gewissen Anspruch habe ich ja doch an mich und auch wenn ich die schnelle Aktionfotografie liebe, nur einfach mit evtl. “beschissenem” (sorry für den Ausdruck) Hintergrund draufhalten und auf ein schönes Bild hoffen, finde ich – ehrlich gesagt – auch nicht so prickelnd. So quasi nach dem Motto: Jetzt hab ich die Kamera dabei, also muss ich gefälligst auch ein Foto machen. Nöööö, da trag ich sie lieber umsonst mit mir rum.

Grund 4 – Quality Time

Es gibt Tage, da möchte ich einfach nur die Zweisamkeit mit Shiva genießen. Oft bin ich da auch in Gegenden unterwegs, da habe ich überhaupt kein Netz und ich muss sagen, das sind wunderschöne Gassigänge. Wir beide genießen die Natur und ich merke, wie wichtig diese Momente sind. Shiva kommt da an mich rangekuschelt, sie achtet sehr genau auf mich, wir beide kommunizieren da nur über Blicke und wenig über Worte. Manchmal auch gar nicht… jeder hängt seinen Gedanken nach und wir tappen im Einklang über die Hochebenen oder durch die Wälder. Wenn uns ein Ort gefällt, dann bleiben wir an der Stelle einfach eine Weile und setzen uns gemeinsam ins Gras. Shiva ist in diesen Momenten sehr verschmust und genießt Streicheleinheiten und schmeißt sich sogar auf den Rücken (macht sie so gut wie nie), um sich die kleine Plauze kraulen zu lassen. Für mich sind das die wertvollsten Momente und ich kann wochenlang von so einem Quality-Spaziergang zehren.

Grund 5 – Kamera nicht in Stimmung

Ja, das gibt es auch… Perfekter Gassigang, perfekter Zeitpunkt, perfekte Location und richtig tolle Ideen und die Karte ist nicht in der Kamera, der Akku ist nicht geladen… es gibt viele Möglichkeiten, wie ich mir selber einen Strich durch die Rechnung machen kann und ich habe sie schon alle praktiziert. Da könnte ich mir dann regelmäßig den Schädel gegen einen Baumstamm schlagen, weil ich denke, wie konnte ich nur so doof sein… Hoffentlich passieren andere auch solche Momente des Hirnausfalls… Natürlich ist dann in den seltensten Fällen das Apfeltelefon geladen oder der Speicher ist übervoll…

Habt ihr noch mehr Gründe oder habt ihr die gleichen? Ich würde mich über eure Erfahrungen und einen regen Austausch freuen.

Flauschige Grüße

Sandra & Shiva