Frauli quasselt

Wie der Tanz auf dem Drahtseil…

(Eventuell könnte hier etwas Ironie zum Vorschein kommen)

Social Media! Ja, es ist wichtig sich über das Internet zu informieren und in vielen Gruppen um Rat zu fragen. Schließlich versucht Mensch doch immer seinem Hund das Beste an Erziehung und Wohlbefinden zu ermöglichen. Aber es gibt immer jemanden, der genau das bekrittelt und einem erzählt, dass alles falsch ist. Egal, was man macht, es ist natürlich falsch, weil jemand anders es genau anders macht. Und natürlich ist genau das die richtige Art und Weise.

Ernährung

Man könnte Bücher darüber füllen. Moment, das gibt es ja tatsächlich! Aber natürlich kommt immer einer um die Ecke, der es besser weiß und seine Meinung lautstark und unmissverständlich zum Ausdruck bringt. Alles andere ist natürlich Mist und Tierquälerei. Natürlich wird auch immer gleich nach Tierschutz und Ordnungsamt gebrüllt. Aber mal im Ernst. Solange es dem Hund gut geht und er es gerne frisst, was kann daran so falsch sein? Nun ja, ich vertrete auch die Meinung, dass nicht unbedingt jedes Futter geeignet ist, aber deshalb jemand anderes mit Vorwürfen überhäufen? Nöööö, vielleicht mal ein bisschen eigene Erfahrungen einfließen lassen, aber eher im normalen Gespräch und nicht gleich Überbrüllen. Leider ist es Mode geworden, Gegenargumenten mit Vorwürfen zu begegnen, anstatt ein Gespräch zuzulassen.

Leinenführigkeit

Es gibt 1000 und eine Möglichkeiten, dem Hund die Leinenführigkeit beizubringen. Nicht alle Methoden sind richtig, viele Methoden sind Tierschutzrelevant, aber es gibt unzählige gute Methoden, die aber allesamt Geduld erfordern. Und das richtige Timing. Natürlich reißt auch mal der berühmte Geduldsfaden, wenn der Hund ständig nach vorne prellt und einem fast der Arm aus dem Gelenk gerissen wird. Selbst dann ruhig zu bleiben, wäre natürlich großartig, aber braucht unheimlich viel Selbstbeherrschung. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich dann auch schon an der Leine geruckt und Shiva (am Geschirr) zurückgerissen habe. Aber eigentlich singe ich im Geiste dann immer „shalalala“ und korrigiere zum 10000x sanft. Ich merke auch, dass sie nur dann an der Leine rumzerrt, wenn ich abgelenkt (Handydaddelei) oder schlecht drauf bin (genervt von allem und jedem). Bin ich gut drauf, dann hopst sie mich anhimmelnder Weise neben mir her und ist der perfekte Hund.

Hundesport – Hundetraining – Auslastung

Natürlich ist es toll seinen Hund artgerecht oder zumindest artverwandt auszulasten. Ursprünglich wurden die Hunde eher weniger für die sportlichen Trainingsarten gezüchtet, waren aber viel unterwegs, wurden intellektuell gefordert und somit körperlich und geistig gut beschäftigt. Der Border Collie zum Beispiel ist zwar ein großartiger Agility-Hund, hat aber nun nichts mehr mit dem eigentlich sehr ruhig und konzentriert arbeitenden Hund an den Schafen gemein. Und schon kommt jemand daher und sagt, dass es ganz blöd ist, wenn man den Hund sportlich führt. Er ist dafür nicht gemacht und ist total unglücklich damit. Nicht jeder Hund und jeder Halter ist für jede Sportart oder Beschäftigung geeignet. Aber es gibt für jedes Team die richtige Methode. Man muss sie nur finden. Aber wenn man dann seine Sportart gefunden hat, dann passt dies garantiert auch wieder jemandem nicht in den Kram.

Sozialisierung

Der Hund muss sozialisiert sein und jedermann und jederhund großartig und toll finden. Er soll niemandem zur Last fallen und sich im Gegenzug alles gefallen lassen. Äh… nein! Meine Meinung ist, dass jeder Hund ein eigenständiges Wesen ist und sehr wohl auch seine eigenen Vorlieben und Abneigungen hat. Natürlich sollte er soweit erzogen und im Griff sein, dass er tatsächlich niemanden belästigt – jaaaa! Damit meine ich auch die Der-tut-Nixe, die einem in die Kniekehle brettern, weil sie ja so freundlich sind. *aufrappel* Und schon kommt der Aufschrei, dass der Hund ja schließlich nur hallo sagen wollte und ich mich nicht so anstellen soll. Wenn Shiva demjenigen dann aber ein Ohrloch stanzt, dann ist das auch wieder blöd, weil sie ja sooo aggressiv ist.

Erziehung

Jeder Hund braucht Erziehung und gewisse Regeln. Die braucht aber auch jeder Mensch, nur mal so nebenbei. Aber zurück zum Hund. Zur Erziehung gehört das Rundumsorglospaket. Man möchte seinen Hund überallhin mitnehmen, er sollte sich im Restaurant, auf Messen und Märkten, auf dem Hundeplatz und beim Gassi perfekt benehmen und beim Shopping brav mitlaufen und seine Meinung zum momentan gewählten Outfit zum Besten geben können. Wenn ich dann sage, dass ich es großartig finde und tatsächlich so einen Hund hatte (bis auf die Modeberatung), aber Shiva das nervlich nicht durchsteht, dann habe ich einen Erziehungsfehler gemacht und muss unbedingt in Hundeschule XY und Buch YZ lesen. Aber es reicht auch, wenn ich im Fernsehen diesen komischen Mexikaner mit dem affektierten Grinsen gucke, dann weiß ich schon, wie ich mit meinem Hund umzugehen habe. NEIN! Der Fatzke ist ein Tierquäler, da gehe ich lieber sanfte Wege. 

Trainingsmethoden

Es gibt Dinge, auf die lege ich viel Wert und dann gibt es wieder Dinge, die sind mir schlichtweg egal. Wehe ich sage dies aber bzw. schreibe dies. Sofort kommt der Verriss! Wie kann mir dieser wichtige Aspekt der Erziehung egal sein und warum trainiere ich das nicht so und so? Das ist total falsch. Neulich habe ich mal einen älteren Beitrag in Bezug auf Giftködertraining geteilt. Ich habe es ziemlich zynisch, aber ehrlich geschrieben. Auch war meine Methode nicht die netteste, aber sehr wirksam. Tatsächlich haben alle meine Hunde so gelernt niemals etwas vom Boden zu fressen. Ich bekam ziemlich fiese Nachrichten von wegen ich wäre ein Tierquäler und sowas zu veröffentlichen ist Tierschutzrelevant. Tja, den Tipp habe ich aus dem Tierschutz und wenn ich jetzt sage, dass nicht ein Hund die präparierten Köder gefressen hat, dann glaubt es mir kein Mensch. Der Hund hat eine feine Nase und die habe ich genutzt. Er riecht, dass an dem Teil was faul ist und nimmt daher auch nichts auf, dass ich nicht freigegeben habe. So einfach ist das ganze. Und mal im Ernst… lieber frisst mal ein Hund ein Hackfleischbällchen mit Tabasco anstatt einen echten Giftköder.

Spiel und Spaß

Shiva und ich tricksen gerne, wir schmusen, kuscheln, raufen und albern rum. Wenn ich zum Beispiel Fotos mache, bring ich uns beide erst in eine ausgelassene und alberne Stimmung und dann baue ich mit einem spielenden Hund mein Setting auf. Ständig steht sie im Weg, rennt was um oder schmiert die Farbe, die eigentlich ins Fell gehört, an meine Jeans. Aber wir beide sind gut drauf und fröhlich. Das macht Spaß und ergibt die schönsten Fotos. Natürlich hab ich Ausschuss, weil Shiva durch die Landschaft guckt oder ich die Kamera nicht parat habe. Aber ich lasse sie gerne ausprobieren und sie darf auch mal mit dem Hintern zu mir im Bild stehen. Ich korrigiere sie dann mit Leckerchen, Worten und Gesten. Was darf ich mir manchmal anhören, weil meine Fotos nicht grade sind oder der Hund hätte ja… blah blubb… das muss sie können. Nö! Sie soll mit Freude dabei sein.

Flauschige Grüße

Sandra

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