Frauli quasselt

Die Schreibkraft stellt sich vor

Ursprünglich war der Blog als eine Art Tagebuch für Shiva gedacht. Naja, eigentlich nicht. Ich hatte mehrere andere Hundeblogs gesehen und fand es toll über Hunde zu lesen. Da ich leidenschaftlich gerne Schreibe, mir Geschichten ausdenke und erzähle, war es irgendwie naheliegend, dass ich ebenfalls einen Blog mache. Mittlerweile gibt es ihn über 4 Jahre und ich schreibe fast genauso oft wie Shiva. Aber selbst vorgestellt habe ich mich noch nicht.

Also, nun mal zu mir

Es gibt mich schon seit 42 Jahren auf diesen Planeten und er existiert noch, das spricht doch schon mal für mich, oder? *grins* Geboren, aufgewachsen und niemals weggekommen bin in Spaichingen. Das ist eine Kleinstadt im Süden Baden-Württembergs. Wir liegen auf etwa 700m über dem Meer am Fuße des Heubergs und zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald. Übrigens auf württembergischer Seite. Das ist hier anscheinend wichtig. 🙂 Meine Eltern stammen aus Berlin bzw. Mecklenburg-Vorpommern, sind aber beide als Kinder bereits in den Westen geflüchtet.

Meine Kindheit habe ich mit meinen beiden Brüdern und einer Cousine, die mehr wie eine Schwester für mich ist, meinen Eltern und Großeltern im eigenen Zweifamilienhaus verbracht. Wir nennen einen riesengroßen Garten unser Eigen und, auch wenn mein Daumen eher schwarz denn grün ist, liebe ich die Natur sehr und könnte das gesamte Jahr draußen verbringen. Ich liebe das Meer, könnte aber niemals dort wohnen, da ich meine Berge vermissen würde. Dazu liebe ich viel zu sehr die Aussicht, die Berge, Wälder und vielen Seen.

Ich liebe es, Sport zu treiben bzw. mich mit Shiva zu bewegen und was zu unternehmen. Wobei… ich habe auch nichts gegen eine bequeme Couch und ein nettes Filmchen. Allerdings gucke ich eh nur Internetfernsehen, da ich mit dem aktuellen Fernsehprogramm eh nichts anfangen kann. Ich mag die meisten ausgestrahlten Serien und Filme nicht und kann mit Quizshows, Realityshows und was auch immer nichts anfangen. Abgesehen davon schaffe ich es selten pünktlich zur Spielfilmzeit vor die Glotze.

Früher war ich sehr ungeduldig. Seit dem Einzug meines ersten Hundes, habe ich aber gelernt, dass Ungeduld und ein Hund sich nicht gut vertragen. Meiner Meinung nach haben mich meine Hunde zu einem besseren Menschen gemacht. Zumindest zu einem anderen. Ich habe mich in den letzten 27 Jahren sehr verändert. Wobei das vermutlich jeder Mensch macht. In der Zeit zwischen dem 15. und 42. Lebensjahr passiert doch so einiges, was die Entwicklung beeinflusst.

Ich habe auch nen Werdegang

Angefangen habe ich natürlich im Kindergarten, dann ging es in die Grundschule und von dort aus in die Realschule. Vom Grips her hätte ich locker aufs Gymnasium können, aber leider war ich ein sehr schüchternes Kind und die Lehrer haben meinen Eltern eingeredet, dass ich auf der Realschule besser mitkomme und fürs Gymnasium nicht geeignet bin. Leider… sonst hätte ich wohl einen anderen Werdegang gehabt. Andererseits bin ich nicht unglücklich.

Nach der Realschule habe ich – wie 2/3 meiner Klassenkameradinnen – Zahnarzthelferin gelernt. Das wurde uns allen empfohlen und natürlich sind wir wie die Schafe der Empfehlung gefolgt. Eigentlich habe ich schon im ersten Lehrjahr gemerkt, dass der Beruf mir weder Spaß macht, noch mir besonders liegt. Ich habe aber die Ausbildung durchgezogen, weil eine abgeschlossene Ausbildung ist nicht verkehrt.

Nun ging die Suche nach dem richtigen Beruf los. Ein Praktikum bei einer Zeitung folgte, ich merkte schnell, dass mir das Schreiben liegt, zeitgleich wollte ich aber etwas Sicherheit haben. Also doch nicht zu einer Zeitung oder so etwas. Ich hätte ja auch das Abi nachmachen können, aber eigentlich wollte ich doch nicht mehr auf die Schule gehen. Schließlich fand ich eine Ausbildung bei der Justiz. Ich lernte Justizangestellte und fand nach Ausbildungsabschluss (übrigens als Jahrgangsbeste) schnell eine Stelle in Albstadt, wo ich auch hinzog. Für die nächsten 3 Jahre arbeitete und lebte ich in Albstadt, doch weder konnte ich mich an den grausigen Dialekt gewöhnen, noch fand ich mich irgendwie am Ziel.

In meiner kleinen Traumwelt wollte ich doch erfolgreich sein. Ich war erst 22 Jahre alt und das sollte es gewesen sein? Mein Leben lang diesen Job machen? Mit 25 Jahren fasste ich den Entschluss, dass ich eine Ausbildung zur Justizfachwirtin machen könnte und in die mittlere Beamtenlaufbahn einsteigen. Quasi als ersten Schritt, um später Gerichtsvollzieher werden zu können. Mein Traum wäre ja, dass meine Jenny mit mir mit zur Arbeit kommen konnte.

In Albstadt hatte ich sie zwar ab und zu im Büro dabei, aber in der Wohnung waren eigentlich keine Hunde erlaubt und umziehen… ja, das wollte ich nach der Ausbildung. Als Gerichtsvollzieher hatte ich ja noch mehrere Jahre knallharte Ausbildung vor mir. Doch das zerschlug sich, nachdem ich mehrere Wochen mit den Gerichtsvollziehern mitgegangen war. Diesen Beruf wollte ich nicht machen. Leuten, die am Boden sind, noch das Letzte nehmen? Ich wusste, dass ich das nicht konnte, also blieb ich mittlere Beamtin und landete nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in Stuttgart beim Mahngericht.

Definitiv kein Großstadtmensch

Ja, Stuttgart… uns verbindet nichts. Aber auch gar nichts. Ich mag die Stadt nicht, mit den Stuttgartern kam ich nicht klar. Zu sehr Großstadt und zu sehr engstirnige Schwaben. Der Umzug nach Stuttgart war eine Flucht, da Jenny  während meiner Ausbildung gestorben war und ich vor Kummer fast umkam. Zwar hatte ich Rocky an meiner Seite und er war wundervoll, aber es erinnerte mich zu viel an ihn. Doch ich merkte schnell… Ich sehnte mich nach meiner Kleinstadt und pendelte mehrere Jahre zwischen Heimat und Großstadt. Aber irgendwann wurde es mir zu viel. Ich verbrachte zu viel Zeit auf der Straße und mein Leben konzentrierte sich aufs Wochenende. Rocky sah ich quasi nur, wenn er nachts mit mir kuschelte oder am Wochenende und das war nicht mein Leben.

 

Nun kehrte ich der Justiz für 3 Jahre den Rücken und arbeitete bei einem Anwalt (schrecklich) und direkt im Anschluss als Schreibkraft bei einem Radiologen (genauso schrecklich). Weil die Arbeit so langweilig war, entschloss ich mich, mich im Abendstudium weiterzubilden. Ich studierte IT-Fachwirt und hatte mir erhofft, dass ich im IT-Bereich eine Stelle bekommen könnte. Leider reichte das Studium nur für einen besseren Überblick und zukünftige Arbeitgeber setzten deutlich mehr Fachwissen voraus, als ich besaß. Natürlich hätte ich mir das aneignen können, aber mittlerweile hatte ich die 30 überschritten und wollte ja irgendwann mal „angekommen“ sein.

Nach diesem zugegeben seltsamen Abstecher in die freie Wirtschaft, kam ich reumütig in die Justiz zurück und erarbeitete mir über die langweilige und dröge Arbeit im Erfassungszentrum (Grundbücher umschreiben) wieder eine Stelle, die mir zusagte. Während der Zeit beim Erfassungszentrum zog Shiva ein, Rocky starb tragischerweise und ich zog nach Tuningen um, weil ich es an dem Ort nicht aushielt, an dem ich meinen Seelenhund verloren hatte. Seit dem 7.11.2012 bin ich nun beim Jugendschöffengericht und ich liebe diese Stelle sehr. Es ist stressig, es geht auch manchmal an die Substanz, aber ich mache die Arbeit gerne und habe auch einige Sonderaufgaben im EDV-Bereich.

Shiva und ich zogen nach etwa 3 Jahren aus Tuningen zurück zu meinen Eltern ins Eigenheim. Ich bewohne dort das Dachgeschoss und renoviere dort meine eigene Wohnung. Für Shiva war es die beste Entscheidung. Sie ist quasi niemals alleine und ist deutlich ausgeglichener. Hätte ich geahnt, welche Belastung die Wartezeit in der Wohnung ist, dann hätte ich Shiva immer zu meinen Eltern gebracht oder wäre schon früher zurück gezogen. So kam ich aber erst zurück, als mein Vermieter mich so sehr nervte und ständig mäkelte. Die Fenster sind schon 3 Wochen nicht geputzt, fegen sollte ich auch mal wieder, der Rasen muss gemäht werden, ich soll nicht immer die Fenster gekippt lassen… Joa… das war einfach lästig.

Ich, einfach ich

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich gerne schreibe. Ja, das habe ich immer schon. Ich habe mir als Kind Geschichten ausgedacht und meinem kleinen Bruder erzählt. Ich lese leidenschaftlich gerne und liebe Bücher. Der Geruch, das Gefühl ein Buch in der Hand zu halten ist so wundervoll und kann in Geschichten regelrecht versinken. Aber ich bin auch sehr fantasievoll und schreibe gerne selber. Ich habe schon viele Kurzgeschichten geschrieben, aber nicht eine irgendjemandem zum Lesen gegeben. Auch habe ich einen Roman mit über 400 Seiten geschrieben, doch dieser schlummert noch in einem stillen Eck vor sich hin.

Eines meiner liebsten Hobbies ist fotografieren. Natürlich ist mein liebstes Fotomodell mein Hund. Ich fotografiere auch gerne andere Hunde, aber Shiva ist mein absoluter Favorit. Aber ich bin auch gerne kreativ, male, bastle, zeichne und probiere alles mögliche aus. Meistens bin ich damit nicht sehr erfolgreich, auch wenn ich jedesmal stolz wie Oskar bin. Naja, nur zeigen tu ich es keinem, weil ich eben der Meinung bin, dass es andere deutlich besser können.

Zusätzlich zu allem, was ich bin, bin ich auch sehr unsicher. Ich habe immer das Gefühl auf Ablehnung zu stoßen und dass mich die Leute nur erdulden und mich eigentlich keiner mag. Was da dran ist, kann ich gar nicht sagen. Es ist einfach mein Gefühl. Wenn etwas schief geht, gebe ich mir die Schuld und ziehe mich in meinen Schildkrötenpanzer zurück. Nur niemandem zur Last fallen. Nur keinen enttäuschen. Tu ich es doch mal, weil ich gekränkt oder verletzt bin, dann tut es mir Wochen später noch tierisch leid. Das Gefühl nie die Erwartungen zu erfüllen, habe ich seit frühester Kindheit. Meine Eltern haben diese Ansprüche aber nie an mich gestellt oder mich mit meinen Brüdern verglichen. Ich hab es selbst getan und trotz aller Beteuerungen, dass es nicht so ist, habe ich das niemals geglaubt.

Also ungenügender Mensch habe ich aber meinen Weg gefunden. Ich habe meinen Panzer aufgebaut und schütze meine Seele durch freche Sprüche und Humor. So einfach lasse ich mich nicht unterkriegen und kann auch Kränkungen oder Verletzungen (ob eingebildet oder nicht) überspielen und lenke mich selbst davon ab. Ich bin nun aber nicht frustriert oder unglücklich, nur eben unsicher. Mit meinem Leben an sich bin ich ganz zufrieden und ich habe auch viele Freunde – zumindest sind sie meine Freunde, ob ich ihre Freundin bin, weiß ich nicht so genau. Ich hoffe es. Aber mein Wuschelmädchen mag mich so, wie ich bin und hält immer zu mir.

Äh… okay, das wurde nun ein bisschen sehr Seelenstriptease. Auch wenn es jetzt so klingt, als müsste ich der unglücklichste Mensch der Welt sein… Es ist nicht so! Ich bin sehr glücklich und zufrieden. auch, wenn meine Träume früher anders waren, muss ich sagen, dass mein augenblickliches Leben sehr schön ist und ich eine Veränderung des momentanen Zustands eigentlich nicht möchte. Klar, wären ein paar Kilos weniger auf den Hüften und ein paar Euros mehr auf dem Konto toll, aber mal im Ernst. Ich bin der Mensch, der ich bin, egal, was auf meinen Hüften ist und auf meinem Konto fehlt.

Flauschige Grüße

Sandra

2 Comments

  • Perdita

    Ganz lieben Dank,Sandra!😊
    Ich lese die Vorstellung von Shivas Frauli und sehe vor mir einen ganz besonderen, liebenswerten und ehrlichen Menschen
    Viel Glück Euch Zweien 🍀
    Lieben Gruß
    Perdita und Enzo 💙🐾

    • ShivaWuschl

      Hallo ihr zwei!
      Vielen Dank. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich es so schreiben soll und dann hab ich es doch abgeschickt. Irgendwie wollte es veröffentlicht werden. Ich weiß nicht, wo mich meine Finger hintragen, wenn ich anfange zu schreiben. Erst ist es eine Idee, dann entsteht während dem Schreiben der Text und auch nach dem zagsten Mal durchlesen, kann ich es nicht ändern. 🙂

      Flauschige Grüße
      Sandra

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