Frauli quasselt

Goodbye Analdrüse

Nun war es soweit. Am 17. Februar sollte die Analdrüse endgültig den Weg in die ewigen Jagdgründe antreten. Ich werde ihr keine Träne nachweinen und ich bin sicher, auch Shiva wird das nicht. Früh am Montag morgen ging es los. Ab nach Freiburg in die Tierklinik. Der Kragen war eingepackt, der Hund verschlafen und hungrig. Es konnte losgehen.

Voruntersuchung

Als ich um 08:30 Uhr in der Klinik ankam, erfuhr ich, dass zwei Notfelle vorneweg dran kamen und wir etwas warten mussten. Okay, also bin ich nochmal eine Runde mit Shiva Gassi gegangen und habe mich dann ausgerüstet mit Maulkorb und Kragen ins Wartezimmer gesetzt. Mein Puls tanzte schon wieder Cha Cha Cha. Hoffentlich konnte mein Mäuschen jetzt operiert werden. Kurz nach neun wurden wir aufgerufen und die Tierärztin untersuchte Shiva. Sie war sehr zufrieden und meinte gleich, dass es die richtige Entscheidung war, so lange zuzuwarten, damit auch alles verheilt ist.

Warten…

Nun folgte der schwerste Teil. Shiva wurde der Zugang gelegt und dann mussten wir uns verabschieden. Ich musste mich auf eine längere Wartezeit einstellen und Shiva würde wohl in einer Box auf ihre OP warten. Sie trug Maulkorb und Kragen, weil ich Angst hatte, dass sie den Arzt frisst, wenn sie Angst bekommt. Sie war wieder vorbildlich und stiefelte mit Mauli und Kragen mit der Azubine mit. Mir zerbrach es fast das Herz, als ich sie noch einmal auf dem Gang sah. Ich mit Leine ohne Hund und das junge Mädchen mit meinem kleinen Wuschelmädchen an der Leine. Shiva bemerkte mich und stürmte an allen vorbei zu mir. Ich knuddelte sie noch einmal und schickte sie dann mit dem Mädchen mit. Nun war es noch schwerer für mich. Shiva ging brav mit und guckte immer zurück.

Warten auf Neuigkeiten

Zum nach Hause fahren war es zu weit, also würde ich im nahegelegenen IKEA warten. So hatte ich es bei der Biopsie auch schon gemacht. Also holte ich mir eine Tasse für einen Kakao, ein Glas für ein Cola und pflanzte mich in einen der bequemen Ohrenbackensessel beim Restaurant. Auf Shopping hatte ich keine Lust und was anderes wollte ich auch nicht machen. Ich testete noch kurz, ob ich gutes Handynetz hatte und dann wurde der Kindle gezückt und ich schmökerte. Vier Stunden schmökerte ich. Ich trank 4 Kakao und 5 Cola, ging 2x aufs Örtchen und verputzte eine Portion Pommes. Dann kam die Mitteilung, dass Shiva nun in Narkose geht. WTF?!?!? Sie war schon seit 9 Uhr dort und mittlerweile war es kurz vor 13 Uhr. Also drehte ich eine Runde durch den IKEA.

Der erlösende Anruf

Für die nächsten zwei Stunden ungefähr pflanzte ich mich wieder in einen Sessel, trank erneut etwas und las in meinem Buch weiter. Zum Glück war es lustig und doch spannend und die Zeit verflog. Gegen 15 Uhr hatte ich einfach genug und setzte mich ins Auto, um zur Klinik zu fahren. Unterwegs bekam ich einen Anruf, dass alles super gelaufen ist und ich Shiva in etwa einer Stunde zurückbekommen würde. Zum Gespräch könnte ich vorab schon kommen. Endlich! Also zischte ich auf einen Parkplatz und flitzte gleich rein.

Ich habe meinen Hund wieder!

Aufgrund meiner weiten Anfahrt und Shivas gutem Allgemeinzustand, bekam ich sie schon 30 Minuten später zurück und die kleine Maus sah reichlich bedröppelt aus. Ein kahler Po mit eleganten silbernen Klecksen. Der ganze restliche Po war gelb gestrichen. Der riesengroße Kragen und die hängenden Ohren. Mein armes Schätzchen. Sie konnte sich auch nicht besonders gut auf den Pfoten halten und wollte schlafen. Also wurde mir das wesentliche mitgeteilt und Schmerzmittel sowie Antibiotika für die nächsten Tage mitgegeben. Endlich endlich konnte ich meine Shiva ins Auto laden. Sie kringelte sich ein und schlief sofort. Sorgfältig deckte ich sie zu, dann fuhren wir heim.

Trötentier und Energiebündel

Die nächsten 10 Tage trug Shiva ihre Tröte und wurde liebevoll „Schirmchen“, „Stehlampe“, „Tröti“ und „Trötchen“ genannt. Sie trug es mit Fassung, war aber genervt von dem dussligen Kragen. Ich hatte ja im Vorfeld schon alles ausprobiert und verworfen. Nichts hielt mit ihrem Temperament mit und konnte meinen beweglichen Hund am Schlecken hindern. Aber nicht die Tröte war das Problem, sondern die Energie. Shiva war ja immer schon ein Energiebündel, aber jetzt musste ich sie bremsen und sie war nicht zu bremsen. Sie wollte rennen, toben, springen und solange die Fäden drin waren, musste ich sie einigermaßen ruhig halten. Das war fast nicht zu bewerkstelligen, soooo sehr wollte sie rennen.

Fäden ziehen und Freibrief

Am Mittwoch nach der Operation, also 2 Tage später, hatten wir einen Termin zur Nachkontrolle bei unserer Haustierärztin. Diese war begeistert. Die Wunden sahen gut aus und Shiva war gut gelaunt. Sie war komplett unempfindlich und da sie keine Probleme beim großen Geschäft hatte, waren wir guter Dinge. 10 Tage nach der Operation hatten Shiva und ich einen Termin zum Fäden ziehen. Die Nähte sahen so großartig aus, dass ich sehr optimistisch gestimmt war. Die Tierärztin bestätigte meinen Optimismus und nahm höchstpersönlich den Kragen ab. Shiva durfte nun wieder alles. Seitdem ist mein Hund nur noch im Galopp anzutreffen.

Flauschige Grüße

Sandra

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