Training

Hochmotiviert an die Arbeit

Das letzte Septemberwochenende stand ganz im Zeichen des Lernens und Motivierens. Anders ausgedrückt: Wir waren auf einem Seminar und dort ging es um Motivation, Harmonie und Hundetraining. Wer sich erinnert… letzten Herbst war ich schon einmal auf einem Trainingsseminar und war megaenttäuscht.

Dementsprechend gemischt waren die Gefühle und ich hab mich vorsichtshalber ohne Hund angemeldet. Nicht, dass ich mir wieder irgendwas versau und monatelanges Training nötig ist, um den Schaden zu beheben. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… jedenfalls war ich gezwungen Shiva mitzunehmen, weil meine Hundesitter (sprich: meine Eltern) am Samstag selbst eine Veranstaltung hatten. Also hab ich gefragt, ob ich Shiva am Samstag mitmachen lassen darf, damit sie nicht komplett den ganzen Tag im Auto sitzt.

Theorie und Praxis

Anfangs war natürlich erstmal viel Theorie angesagt. Puh… da haben die Gehirne was zum Arbeiten gehabt. Einerseits völlig einleuchtend, aber dann wieder so komplex, dass die Fragezeichen im Kopf aufflammten. Jeder Trainer hat ja seine Philosophie und verkauft diese. Das war mir von Anfang an klar. Auch, dass ich vielleicht nicht mit allem konform gehe oder manches ablehne. Wobei ich in der Hinsicht überrascht wurde. Unsere Meinungen stimmten in sehr vielen Dingen überein und das war ein Seminar, aus dem ich mir sehr viel Information ziehen konnte. Ich gehöre zu den Menschen, die viel mitschreiben und sich Notizen machen. Auch wenn man hinterher das Skript bekommt, ist es trotzdem interessant, was man sich selber dazu notiert. Jedem ist ja etwas anderes wichtig.

Tja, dann kam die Praxis. Setze das eben gehörte in die Tat um. Gar nicht so einfach, wenn man sich gleichzeitig auf den Hund konzentrieren sollte, seine Anweisungen und Aufgabe und dann auch noch zig Leute zugucken. Aber eigentlich lief es super. Shiva war gut gelaunt und hat toll mitgemacht. Klar, es gab jede Menge leckere Hundewurst und sie durfte mit mir spielen. Wann hat mein Mäuschen da jemals nein dazu gesagt? *grins* Sie ist da pragmatisch und staubt ab, was geht. Dachte ich…

Motivation mit viel Spaß

Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Hund auch eine Chance hat, zu verstehen, was wir von ihm wollen. Sobald das sichergestellt ist, kann es auch schon losgehen. Bewaffnet mit einem Clicker habe ich mich an die Arbeit gemacht. Das Spielen klappte auch ohne den Clicker. Shiva liebt ihr Zergel und da war es für mich ein Leichtes, sie zu Höchstleistungen zu motivieren. Hauptsache spielen und zergeln. Tja, dachte ich… Aber wenn Shiva nervös ist, dann mag sie gar nix. Aber ich hab sie dann doch überzeugen können mit mir zu spielen.

Was mich an Seminaren mit Hund immer etwas stört ist, dass der Hund eigentlich den ganzen Tag im Auto abhängt und immer nur für kurze Trainingseinheiten raus kommt. Natürlich waren wir Gassi und Shiva kam nicht so sehr viel zu kurz, aber trotzdem… Am Sonntag hab ich sie zu Hause gelassen und sie hatte einen herrlich faulen Tag mit meinen Eltern, während ich fleißig gelernt habe.

Clicken, Shaping, Belohnungskaskade

Unzählige Trainingsmethoden führen zum Erfolg und jeder Hund bevorzugt etwas anderes. Der eine geht auf den Clicker ab wie Schmitz Katze, der nächste findet Shaping besser und wieder ein anderer lässt sich ausschließlich durch das Lockmittel direkt im Blick motivieren. Egal, was bevorzugt wird, das Ziel ist, dass der Hund freudig mitarbeitet und für neues zu begeistern ist, während seine Erwartungshaltung unverändert hoch ist.

Die Erwartungshaltung auf eine Belohnung lässt sich durch Unregelmäßigkeit erzeugen. Also dem Hund nicht für jedes ausgeführte Kommando ein Leckerchen in die Schnute schieben, sondern stimmlich loben und die Belohnung unregelmäßig geben. Durch das Clickern oder ein Markerwort wird das Versprechen auf ein Leckerchen gegeben, das ja auch unmittelbar bedient werden muss. Wie also das Hinauszögern? Wir haben nun vor den Click oder das Markerwort ein anders Signal gesetzt.

 

Unmittelbar bevor nun der Click erfolgen würde, kommt das Wort „Super“ oder ähnliches. Das ist wie das Glöckchen von Pawlow. Dadurch, dass der Click regelmäßig auf das Wort erfolgt, ist der Hund in freudiger Erwartung. Schließlich gibt es danach immer gleich die Belohnung. Im Training wird nun das Lob (sobald es sich gefestigt hat) ab und zu ohne den Click gegeben und dann wieder oft hintereinander mit Click. Nun kann man das stimmliche Lob beim Turnier verwenden und den Click weglassen, die Erwartung auf den baldigen Click ist ungebrochen hoch.

Natürlich wurde das gleich ausprobiert und fleißig geübt. Shiva ist ein dankbarer Trainingspartner (oder sie mag die Hundewurst) und stiefelt mit ungebrochener Begeisterung neben mir her und freut sich aufs Leckerchen, egal, ob es gleich kommt oder später. Aber ich glaube, sie hat mich durchschaut 🙂 Ist ja ein kluges Mädchen. Also muss ich wieder viel öfter Belohnen, damit es sich festigt.

Flauschige Grüße

Sandra

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