Frauli quasselt

Wuschelknoten – Ein Projekt wird eingestellt

Lange hab ich mir überlegt, was ich mache. Schon seit März hab ich mein Gewerbe so gut wie eingefroren. Für ein paar Freunde und Bekannte hab ich noch Leinen und Halsbänder gefertigt, aber ich hab gemerkt… es frisst sehr viel Zeit und gleichzeitig ist mein Beruf auch sehr anspruchsvoll und zeitaufwändig geworden. Alles kostet Zeit und Zeit ist so wertvoll und kostbar. Ich habe viel Zeit verloren. Zeit, die ich lieber mit Shiva verbracht hätte. Den entscheidenden Schritt habe ich schon im Sommer gemacht und schlichtweg keine Aufträge mehr angenommen.

Einzige Ausnahme: Freunde und Bekannte. Tja, damit bin ich auch ausgelastet. Doch wirklich! Es ist und bleibt ein aufwändiges Hobby. Aber der Druck ist weg. Wenn ich meinen Freunden sage, dass es eben dauert, dann akzeptieren die das. Da hatte ich bisher noch keine Beschwerden. Sie wissen, dass ich Vollzeit arbeite und eben auch ein Privatleben habe. Meine Facebookseite habe ich schon seit Monaten deaktiviert, der Twitteraccount ist in einen Privataccount umgewandelt, ebenso Instagram. Das einzige, was ich noch hatte, war die Homepage. Und eben diese habe ich heute morgen gekündigt.

Das Label wird eingestellt und ich muss sagen… ich weine ihm keine Träne nach. Freunde können sich nach wie vor melden, für diese werde ich auch immer was herstellen, aber ich nehme keine Bestellungen mehr von Fremden an. Es gibt so viele Gewerbler, die ihre Freizeit gerne für ein Hobby oder auch ein zweites Standbein opfern. Ich selber möchte das nicht mehr. Mir ist auch aufgefallen, seit ich innerlich mit dem Gewerbe (das aber nach wie vor besteht) abgeschlossen habe, ist der Druck weg und es macht mir auch wieder richtig viel Spaß. Ich probiere gerne neues aus und freue mich, wenn meine Freunde ihren Hunden meine Produkte anziehen. Es ist jedesmal wie ein freundliches Zunicken oder Streicheln.

Mir ist auch aufgefallen, dass ich eine echt schlechte Geschäftsfrau bin. Ich hatte hohe Ausgaben und habe eigentlich keinen Gewinn erwirtschaftet. Das ist auch nicht im Sinne des Erfinders, aber ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich hohe Preise verlangt habe, selbst wenn die mir hoch erscheinenden Preise weit unter denen mancher Mitgewerbler lagen. Für die Kunden ist das natürlich schön, aber ich selber musste immer ganz schön gucken, dass ich die hohen Materialkosten stemme. Wenn ich das für mich selber fertige, dann kann ich vorhandenes Material nehmen. Garantiert wurde ja das gewünscht, was grade ausgegangen ist. So kann ich jetzt aus den Beständen wählen und auch Farbkombinationen nehmen, die mir persönlich gefallen oder mich reizen ohne jedes Mal immer dasselbe zu machen oder in meinen Augen langweilige Kombinationen. *grins* Ich bin eher der flippige Typ und war jedes Mal fast enttäuscht, wenn immer nur einfarbig oder am Besten (schlimmsten) noch Grautöne ohne Extras gewünscht wurden.

Es hat mir trotzdem viel Spaß gemacht und wer weiß… vielleicht packt es mich ja mal wieder und ich lege voll los. Trotzdem bleib ich dabei. Fragt mich einfach mal, wenn ihr Wünsche habt. Vielleicht hab ich Zeit und Lust und auch das entsprechende Material da.

Flauschige Grüße

Sandra

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