Der Trick mit dem Click

April 28, 2018 0 Von ShivaWuschl

Tricksen ist toll. Gemeinsame Arbeit mit dem Hund ist noch toller und wenn hinterher noch schöne Tricks rausspringen, bei denen Zuschauer begeistert applaudieren. Was kann es wundervolleres geben? Also, dann mal ran an den Clicker. Es ist ja nicht so, dass der Hund geboren wird und sofort weiß, was welches Kommando bedeutet. Genauso ist es mit dem Clicker. Der muss dem Hund auch erst beigebracht oder schmackhaft gemacht werden. Clickern ist Konditionieren ist Leckerchenstopfen. Ja, so ist es. Da hilft auch kein Schönreden… Aber wenn der Hund nicht zu schneikig ist, dann geht dafür auch das Trockenfutter oder bei Barfern kann es ja auch feingeschnittenes Fleisch sein. Muss ja nicht grade Pansen sein *würg*.

Der Click ist immer das Okayzeichen, aber es ist auch das Versprechen für ein Leckerchen. Das darf  niemals vergessen werden!

Was brauch ich jetzt alles?

Geduld, gute Laune, Kreativität, Leckerchen, Clicker und einen motivierten Hund.

Geduld

Es ist Fleißarbeit. Zunächst muss dem Hund ja schließlich beigeclickert werden, was ihn tolles erwartet, wenn er das gewollte macht. Also sehen die nächsten Tage und Wochen folgendermaßen aus: Hund guckt *click* + Leckerchen. Hund sitzt *click* + Leckerchen. Hund steht *click* + Leckerchen. Solange bis er in jeder Situation verknüpft hat (natürlich ohne vorhergehende Kommandos), dass der Click das Versprechen für ein Leckerchen ist.

Gute Laune

Niemals! Niemals mit schlechter Laune mit dem Hund trainieren. Das überträgt sich sofort auf den Hund und bestenfalls geht er ins Meideverhalten, im schlechtesten Fall verweigert er zukünftige Zusammenarbeit und das Vertrauen muss erst wieder aufgebaut werden. Also, gut gelaunt ans Werk oder ganz bleiben lassen. Ein Mittelding gibt es nicht. Sobald man selber genervt ist, weil was nicht klappt, mit einem Spiel beenden und bleiben lassen. Clickern ist positiv!

Kreativität

Dem Hund kann vieles beigebracht werden. Mit dem Click muss er sein Gehirn anstrengen, was denn erwartet ist. Man zeigt es ihm nämlich nicht, sondern lässt ihn selber arbeiten. Natürlich können auch Positionen (beim Rally Obedience) geclickert werden, die vorher auch schon bekannt sind, dann darf selbstverständlich das Kommando gegeben werden und wenn es perfekt ist, kommt der Click. Aber eigentlich ist Clickern ein kreatives Zusammenspiel. Ich hab eine Idee, die ich meinem Hund beibringen will und lass ihn selber herausfinden, was ich möchte. (Später beschreibe ich noch Tricks.)

Leckerchen

Wie beschrieben können Leckerchen alles mögliche sein. Sie sollten klein sein, schnell zu schlucken (wenn der und ewig kaut, unterbricht es zu lange) und nicht so sehr kalorienhaltig sein, weil doch so einige in den Hund wandern. Also von der Tagesration abziehen, sonst ist er später nur perfekt in der Rolle und hat eine sehr kugelige Figur. Das muss ja nicht sein.

Clicker

Es gibt verschiedene Clicker. Ich würde sie einfach mal ausprobieren. Jedem gefällt ein anderer. Ich zum Beispiel habe bei Rocky einen ganz anderen verwendet, als ich jetzt für Shiva favorisiere. Sie hat auf den anderen gar nicht reagiert, aber beim jetzigen ist sie begeistert.

motivierter Hund

Auch ein Hund hat mal keine Lust, schlechte Laune oder ist müde. Wenn ich vorher schon viel Kopfarbeit mit Shiva gemacht habe, brauche ich keinen Einsatz beim Tricksen mehr erwarten. Dann ist sie einfach durch. Auch Schnüffelspiele sind Kopfarbeit und machen den Hund richtig müde. Stand also sowas schon auf dem Programm, dann lieber das Training auf den nächsten Tag verschieben, bevor nachher Frust geschoben wird. Stand bisher eine rein körperliche Aktivität auf dem Plan, dann ist Tricksen genau das richtige. Schließlich braucht auch der Geist sein Training.

Kann ich jetzt loslegen?

Grundsätzlich ja. Sobald der Hund kapiert hat, was der Clicker so tolles ist, kann fleißig losgelegt werden. Also zunächst muss man eine Idee haben, was man denn nun clickern möchte. Ganz planlos rangehen, geht nach hinten los. Am Besten ein einfacher Trick, den der Hund eventuell schon kann oder selber anbietet. Schließlich muss ja in das Wuschelköpfchen nun Wissen gestopft werden und es ist einfacher mit klitzekleinen Schritten anzufangen.

Viele Tricks habe ich mit einem Leckerchen an der Startstelle begonnen, aber diese sehr schnell abgebaut, da Shiva sonst dem “Keks nachrennt”. Das muss man sich so vorstellen: Mir bietet jemand 50 EUR an, wenn ich durch eine total verwinkelte Altstadt bis zum Bahnhof laufe. Wedelt er nun die ganze Zeit mit dem Schein vor mir her, hab ich keinen Schimmer, wo ich grade laufe. Weiß ich aber, dass ich ihn am Ziel bekomme, nehme ich den Weg dorthin klar war und freue mich auf meine Belohnung.

Trick: High five

Der high five ist immer ein schöner Trick und kommt bei Hund und Mensch gleichermaßen gut an. Ich hab ihn aus dem Pfötchen geben entwickelt. Zunächst habe ich ein Leckerchen in die geschlossene Faust genommen und mich vor Shiva gesetzt, die Hand hab ich vor mich gehalten. Shiva sitzt also nun vor mir und will ja das Leckerchen. Versucht sie dran zu knabbern oder lutschen, habe ich die Hand weggezogen und sie direkt wieder hingehalten. Mit der Zeit hat sie dann angefangen zu pföteln. Sofort habe ich geclickt und ihr das Leckerchen gegeben. Neues Leckerchen in die Hand und abgewartet. Shiva hat nun viel schneller die Pfote versucht und sie auf meine Faust gelegt. *click* + Leckerchen. Nun wird kein Leckerchen in die Hand gelegt und die geschlossene Faust hingehalten. Sobald der Hund die Pfote drauf legt, wird geclickert und ein Leckerchen gegeben. Als nächster Schritt wird die Hand geöffnet und dem Hund hingehalten. Pfote drauf *click* Leckerchen. Im Schlussschritt wird die Hand nun gedreht, dass der Hund die Pfote dagegen drückt.

Das ist nun natürlich arg verkürzt beschrieben. In Wirklichkeit geht es nicht so schnell, sondern kann über Wochen gehen. Jede kleine Regung in die richtige Richtung wird bestätigt und beclickert. Aber jeder Hund hat eine andere Lerngeschwindigkeit, also kann er es auch in wenigen Einheiten kapiert haben. Wenn mal ein Schritt zu schnell beendet wurde, einfach zurück und neu probieren. Erst wenn sich der Schritt gefestigt hat, kann weitergegangen werden.

Merken: Der Hund macht nie was falsch, wenn es nicht klappt, haben wir einfach nur die falsche Strategie und müssen uns was neues überlegen.

Trick: Slalom durch die Beine

Viele Wege führen zu diesem Ziel. Ich habe verschiedenes ausprobiert und gemerkt, dass ich eben doch sehr viel durch Gestik arbeite. Also nehm ich Shiva ins Fuß. Dann stelle ich den rechten Fuß vor, winkle das Knie leicht an, dass ich einen Bogen habe. Nun wird mit der rechten Hand “gelockt”, dass der Hund in die Richtung schaut, später geht und den Kopf durchsteckt. Jedes kleine Schrittchen wird geclickert. Also das schauen, wenn es ein sehr neugieriger Hund ist, geht er vielleicht direkt hin. Aber manche  brauchen einfach etwas, bis sie sich aus der Position bewegen.

Keine Panik, mit jedem Trick wird der Hund mutiger und kreativer. Sobald der Hund einmal auf der anderen Seite ist, kann man ihn mit der gleichen Technik zurück locken. Hat er das kapiert, dass beide Seiten gefragt sind, werden die Seitenwechsel schneller und schon hat er es und man kann sich vorwärtsbewegen. Nun wird das Wortkommando eingeführt, bei uns ist es “zick” und “zack”. Shiva findet das mittlerweile so lustig, dass ich beim Rally Obedience aufpassen muss, dass ich nicht zapple oder eines der Markerwörter fallen lasse… Dann ist sie nämlich fleißig am Slalomlaufen. Hatte schon für Lacher im Turnier gesorgt.

So, das war es mal in Kürze. Viele andere Blogger clickern auch und zum Beispiel Sabrina von “Dietutnichts” macht sogar Dog Dance. (von ihrer Püppi habe ich auch ein paar Fotos für diesen Beitrag bekommen – Danke hierfür). Das Indiandermädchen und der Wildfang vom Aussieblog werden von ihrem Frauchen Lizzy auch fleißig zum Tricksen animiert und beclickert. Sie hatte auch im letzten Jahr mal eine ganze Trickserie.

Flauschige Grüß und viel Spaß beim Tricksen und Clickern

Sandra