Turniere

Zeltfriedensbruch und Rally Obedience

Also das muss ich euch jetzt doch erzählen. Mittlerweile ist es schon ein paar Tage her, doch Frauli ist alleine beim Gedanken an den Zeltfriedensbruch schon wieder auf 190… 190 reicht gar nicht mehr aus. Sie schießt durchs Dach. Aber von vorne.

Am Freitag ging das Aussie-Wochenende bei uns auf dem Hundeplatz los. Veranstaltet wird es vom ASSD e.V. und dort ist die federführende Person ein Vereinsmitglied und Trainerin von unserem Verein. Die 3tägige Veranstaltung dreht sich rund um Australian Shepherds. Freitags ist ein Rally Obedience Turnier und eine Ausstellung. Am Samstag ist das Agility-Turnier und ebenfalls ein Rally Obedience Turnier. Als Abschluss folgt am Sonntag eine weitere Ausstellung und das Obedience Turnier (oder heißt das Prüfung?). Jedenfalls dürfen beim Rally Obedience auch andere Hunde starten und so habe ich mir einen der begehrten Startplätze ergattert.

Shopping und Vorbereitung

Am Freitag hat Frauli sich schon ein bisschen umgeguckt und war bei Senniland shoppen. Ich durfte auch mal über den Platz flanieren und Frauli war stolz auf mich, wie gut ich mich betragen habe, obwohl so viel los war. Da es jetzt nicht grade so heiß war und wir auch nicht ewig lang dort waren, hat sie mich in Pausen ins Auto gesetzt und dort hatte ich meine Ruhe. Wir waren aber viel unterwegs und ich durfte auch schon mein neues Spielzeug durchwuscheln. Ich habe es sogar direkt am Stand ausprobiert und dort auch schon Leckerchen gekostet. Das war großartig. Ich hätte ja den ganzen Stand leerfuttern können.

Am Samstag war dann unser Start geplant. Also hat Frauli sich früh auf die Socken gemacht. Anfangs war ich noch im Auto, dann hat sie unser Zelt aufgestellt und mich nach einem langen Gassigang in unser Zelt gesetzt. Dort habe ich viel Platz, meine Box und Frauli kommt zum Kuscheln dazu. Das ist wirklich großartig. Da es immer wieder angefangen hat zu regnen, hatte Frauli nur ein Tür auf und die auch nicht ganz, weil es auch etwas windig war. So hatten wir es „schweinebehaglich“ und haben trotzdem viel vom Turnier mitbekommen.

Zeltfriedensbruch

Frauli hat mich dann alleine im Zelt gelassen und die Tür fast geschlossen, nur ganz oben hat sie noch eine kleine Öffnung gelassen. So kam keiner zu mir rein und ich war ungestört – dachten wir. Tja, dann kam das Schicksal kurz vor unserem Start in Form einer Bluemerle Aussiehündin. Ihr Herrchen – keine Intelligenzbestie – hat direkt vor unserem Zelt Sprungtraining mit seiner Hündin gemacht. Der Platz ist groß und es war jede Menge freie Fläche, also war das nicht grade der einzige Ort für so ein Training.

Ich habe ihm schon mehrfach Bescheid gegeben, dass ich das doof finde und Frauli war grade in der Startvorbereitung (Briefing, Parcours abgehen etc.), als der bekloppte Aussie plötzlich in mein Zelt springt. Frauli hätte fast der Schlag getroffen – mich übrigens auch. Ich hatte mich grade so schön in meine Box gekuschelt. Zu meinem Glück ist der Aussie auf Fraulis Stuhl gelandet und nicht direkt auf mir. Wir haben natürlich gleich eine Keilerei angefangen. Das geht ja mal gar nicht, dass der da bei mir einbricht! Ich war auch noch angeleint und deshalb konnte ich mich nicht so gut wehren.  Das Herrchen von dem Aussie hat seinen Aggressor schnell entfernt und dann war auch Frauli schon da.

Sie hat mich getröstet, abgetastet, durchbewegt, aufgemuntert und nebenher den Aussiebesitzer angeschnauzt. Mein lieber Schieber… der konnte froh sein, dass Frauli keine Zeit hatte, ihn sich richtig vorzuknöpfen. Es waren auch gleich jede Menge Leute da. Mich hat eine Tierärztin untersucht, eine Physiotherapeutin und natürlich jede Menge Freunde von Frauli und mir waren da. Jeder hat den Hundebesitzer angeschnauzt, was er sich eigentlich denkt, direkt dort rumzuhampeln, wenn er doch weiß, dass sein Hund ein kleiner Aggressivling ist (das war tatsächlich bekannt). Jedenfalls hat er seinen Aussie eingepackt und schnell das Weite gesucht, nachdem feststand, dass mir nix dramatisches passiert ist – außer einem Riesenschock direkt vor unserem Start.

Rally Obedience

Frauli hat dann mit mir jede Menge Fetz gemacht und hat mich während dem Parcours abgehen, bei einer Freundin gelassen, die ich sehr liebe. Frauli hat sich dann den Parcours gemerkt und ich habe ganz toll aufgepasst, wie sie gelaufen ist. Vom Start an war ich eigentlich gut aufmerksam und bin mitgelaufen. Frauli war sehr glücklich, dass ich mir offenbar den Angriff nicht zu sehr zu Herzen genommen hatte und trotzdem fleißig mit gemacht habe. Dann kam eine unserer Baustellen… eigentlich die Baustelle schlechthin. Der Vorsitz mit Schritt zur Seite. Ich habe schon den ersten Vorsitz nicht gemacht, weil Frauli so kritisch geguckt hat. Aber im zweiten Anlauf hat es geklappt und ich hab ihn wunderbar gemacht. Also ist Frauli glücklich weitergelaufen. Zwei Schnitzer haben wir uns noch geleistet. Einmal ein falscher Abgang, ich hätte gleich links ins Fuß eindrehen sollen und bin um Frauli rumgelaufen. Aber sie hat es dann so gelassen und hat einfach weitergemacht, auch ein Platz aus der Bewegung (kann ich sonst perfekt) hat nicht funktioniert und Frauli hat es ohne Korrektur durchgehen lassen.

Die Richterin hat auch bei der Bewertung hinterher gesagt, dass sie es gut fand, dass sie mich nicht noch weiter verunsichert hat, sondern einfach weitergelaufen ist. Schließlich war Frauli eh schon froh, dass ich überhaupt mitgelaufen bin. Jaja, ich muss sagen, ich hab zwar schon die Aussies versucht im Auge zu behalten, aber ich bin ja nicht von Dummersdorf… auf dem Turnierplatz war immer nur der startende Hund und sonst keiner. Haha, da bin ich ganz alleine und habe freie Sicht in alle Richtungen. Das ist doch perfekt. Jedenfalls war Frauli auch mit 77 Punkten sehr zufrieden. Natürlich können wir beide mehr, aber die Umstände waren alles andere als Optimal und damit es auch nicht zu einfach wird, war der Agility Parcours direkt angrenzend aufgebaut. Das war vielleicht keine brilliante Lösung, aber mit diesen ganzen Hindernissen haben wir einen tollen Lauf gehabt und sind mit einer Quali durchgekommen. Übrigens haben deshalb sogar viele abbrechen müssen. Wir waren also nicht die einzigen, die Probleme hatten, grade deshalb war Frauli besonders stolz auf mich.

Lazy Sunday

Nach unserem erfolgreichen Turnierstart hat sich Frauli mit mir und meiner besten Freundin Espe und natürlich deren Frauchen auf eine lange Gassirunde gemacht. Wir haben herrlich getobt und gespielt. Danach war ich so richtig rundum glücklich und erledigt. Frauli hat mich dann zu meiner eigenen Sicherheit lieber ins Auto gebracht. Das stand an einem schönen und ruhigen Platz und sie kann das Gitter mit einem Schloss verriegeln. So kommt keiner an mich ran. Mir war da alles egal, ich hab einfach mal geschlafen. War das toll. Als ich dann wach war, habe ich mich mit Begeisterung über ein paar der Snacks hergemacht, die Frauli mir vorsorglich schon mal in meinem Domizil hinterlegt hatte. Außerdem hab ich mit meinem Gute-Laune-Kissen geknuddelt und das ist eh ein Stimmungsaufheller. Kennt ihr die Kissen? Meins ist von Dog Filou’s und ich hab sogar zwei 🙂 Schließlich brauch ich eins für daheim und eins fürs Auto. Außerdem haben Frauli und ich Espe auch eins geschenkt. Die hat nämlich Panik beim Autofahren und seit einiger Zeit ist es deutlich besser geworden. Sie ist zwar nicht super entspannt, aber deutlich ruhiger.

Am Sonntag haben wir uns natürlich auch nochmal auf dem Hundeplatz getroffen. Diesmal komplett ohne Auftrag und einfach nur zum Geld ausgeben und mit Freunden treffen. Ich liebe es! Natürlich habe ich ausgiebig mit Espe gespielt und wir waren nochmal auf dem neuen Platz. Allmählich nimmt er Gestalt an. Noch kann man richtig super drüberflitzen und überall rumstöbern. Ich bin schon gespannt, wie er später aussieht. Natürlich werden wir berichten.

Flauschige Umpfötelung

Shiva Wuschelmädchen

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